8 Fragen zur Auswahl der optimalen Betreuungsform


1) PFLEGE ZUHAUSE ODER PFLEGEHEIM?
Oft wurden über Jahre hinweg die eigenen vier Wände liebevoll eingerichtet oder sogar selbst erbaut. Die gewohnte Umgebung und die damit verbundenen Erinnerungen sorgen für Geborgenheit und Lebensfreude. Es ist der natürliche Wunsch jedes Menschen in der vertrauten Umgebung und mit liebevoller Fürsorge ein hohes Lebensalter zu erreichen. Durch viele Lebensabschnitte wird die Persönlichkeit geprägt und hat individuelle Verhaltensmuster zur Folge. In einem Pflegeheim gilt es Regeln zu beachten und diese sogenannten Verhaltensmuster abzulegen.
Pflegeheime sind aufgrund der derzeitigen staatlichen Unterstützungen zumeist preiswerter als eine 24h Betreuung. Sollte also für die Betreuung vorwiegend das Kostenargument entscheidend sein, ist die Betreuung in einem Pflegeheim die erste Wahl.
Möchte die Familie die zu betreuende Person weiterhin im Familienverband wissen und auch aktiv den Betreuungsprozess mitgestalten können wollen, wird die Entscheidung auf die 24h-Betreuung fallen.

2) GIBT ES QUALITATIVE UNTERSCHIEDE ZWISCHEN STATIONÄRER PFLEGE UND PFLEGE ZU HAUSE?
Grundsätzlich kann in den eigenen vier Wänden jede Art von Pflege angeboten werden, die auch in Pflegeheimen möglich ist. Einerseits ist die medizinische Versorgung in den Pflegeheimen besonders bei Akutpatienten leichter zu organisieren. Andererseits stehen für die Betreuung an sich bei der Pflege zu Hause zeitliche Ressourcen zur Verfügung, die in stationärer Betreuung nicht einmal annähernd erreicht werden können.
Die Lebensqualität wird von jedem Menschen individuell erlebt. Durch altersbedingt auftretende Symptome und Resozialisierung wird sie wesentlich verändert. Das Pflegepersonal tritt als Unterstützung und „verlängerter Arm“ bei der Lebensführung auf. Hilfestellung bei alltäglichen Aufgaben führt zu einer besseren Lebensqualität und gibt nicht das Gefühl der Einschränkung, sondern der größtmöglichen Selbstbestimmtheit.

3) VERANTWORTUNG ÜBERLASSEN
BIN ICH BEREIT, VERANTWORTUNG ÜBERTRAGEN ZU KÖNNEN?
Hilfsbedürftige Angehörige zu pflegen erfordert physischen und psychischen Höchsteinsatz. Das eigene Leben wird hinten an gestellt und persönliche und körperliche Überforderung sind vorprogrammiert. Es ist weder für den Pflegebedürftigen, noch für den Pflegenden auf Dauer eine tragbare Lösung.
Die Verantwortung, einen Menschen zu pflegen, kann man qualifiziertem Pflegepersonal übergeben. Das Pflegepersonal ist zum einen geschult und verfügt über die notwendige Erfahrung im Umgang mit all den Situationen, die ein Betreuungsalltag mit sich bringen kann. Zum anderen steht es dem pflegebedürftigen Menschen bei aller Herzlichkeit mit der für diese Tätigkeit notwendigen Distanz gegenüber. Ein regelmäßiger Wechselturnus stellt sicher, dass die betreuende Person ausreichende und planbare Freizeit erhält, um wieder Kraft und Liebe für ihre Aufgabe zu tanken. So ist es möglich, in der gewohnten Umgebung liebevoll und kompetent betreut und versorgt zu werden.

4) AUSWAHL DES PASSENDEN ANBIETERS
WORAUF IST BEI DER PERSONALAUSWAHL WERT ZU LEGEN?
 Werden die BetreuerInnen nach objektiven Kriterien ausgewählt? Wird überhaupt von irgendjemandem ausgewählt oder handelt es sich lediglich um Empfehlungen „von Freundin zu Freundin“? Werden professionelle Techniken der Rekrutierung und Vermittlung angewendet? In welchem Verhältnis stehen Anbieter und BetreuerIn zueinander?
• Sind ausreichende Deutschkenntnisse vorhanden? Nach welchem Maßstab werden dieselben bewertet?
 Über wieviel Erfahrung verfügt Ihr Anbieter?

5) WAS VERSTEHEN SIE UNTER SERVICE IM BEREICH DER PERSONENBETREUUNG?
Wie rasch kann Ihr Anbieter im Ernstfall vor Ort sein?
Bestehen aufgrund der Organisationsstruktur überhaupt die Möglichkeiten, dass die Betreuungsqualität spontan und unabhängig von einem Wechsel kontrolliert werden kann?
Wie weit soll Ihr Ansprechpartner vom Betreuungsort entfernt sein?

6) WIEWEIT WIRD AUF DIE EINHALTUNG DER GESETZLICHEN BESTIMMUNGEN GEACHTET?
Wenden Sie sich an einen Anbieter, der die notwendige Kompetenz nicht nur behauptet, sondern auch vorweisen kann. Im Bereich der Personenbetreuung kommen nicht nur arbeits- und sozialrechtliche Normen zur Anwendung. Es bestehen auch zahlreiche Verwaltungsvorschriften, die zu beachten sind. Ohne Ansprechpartner gilt: „Unwissenheit schützt vor Strafe nicht“.

7) HANDELT ES SICH BEI EINEM MÖGLICHEN ANBIETER UM EIN ÖSTERREICHISCHES UNTERNEHMEN, ODER HABE ICH ES LEDIGLICH MIT EINER VORGESCHOBENEN TELEFONISTIN ZU TUN?
Die Personalvermittlung ist in Österreich ein gebundenes Gewerbe. Sowohl ein Agieren über die Grenzen hinweg ohne Firmensitz im Inland noch das unversteuerte Einbehalten von Lohnbestandteilen der BetreuerInnen durch eine „Agentur“ sind illegal.

8) WIEWEIT HÄNGEN KOSTEN UND PFLEGEQUALITÄT ZUSAMMEN?
Ein höherpreisiger Anbieter ist wie bei jeder Dienstleistung nicht automatisch ein Garant für bessere Qualität. Auf der anderen Seite sind gerade selbständige PersonenbetreuerInnen auf dem Arbeitsmarkt stark nachgefragt. Eine Betreuerin, die bereit ist, für absolute Dumpinglöhne zu arbeiten, verfügt entweder über keinerlei Berufserfahrung oder es besteht ein Grund, warum gerade diese Person nicht zu normalen Löhnen eine Arbeitsstelle findet.
 

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